Begleithundekurs (BH)

Die Begleithundeprüfung, abgekürzt BH, ist die Grundlage für den Hundesport. Sie ist die erste aller Prüfungen, die ein Hund absolvieren kann und Voraussetzung für die Teilnahme an Wettkämpfen der verschiedenen Sparten.

Sie besteht aus drei Teilen. 


Erster Teil: Chipkontrolle und Unbefangenheitsprüfung

Zu Beginn der Begleithundeprüfung findet eine Unbefangenheitsprüfung statt. Das bedeutet, dass der Leistungsrichter die Teilnehmer und Hunde sich auf engem Raum bewegen lässt. Dabei schaut er, ob die Hunde sich neutral gegenüber ihren Artgenossen verhalten und sich anfassen lassen. Unerwünscht sind hierbei aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde.


Zweiter Teil der Begleithundeprüfung: Unterordnung

Das Herzstück der Begleithundeprüfung ist die Unterordnung. Sie findet auf dem Hundeplatz statt. Gestartet wird immer in Zweierteams. Einer läuft das Schema, der andere Hund liegt derweil in der Ablage. Vier verschiedene Methoden, die aufzubauen, erklären wir hier.

Bevor es losgeht, melden sich beide Hundeführer beim Leistungsrichter an. An dieser Stelle merkt man den Ursprung des Hundesports in der Polizeihundeausbildung. Der Spruch zur Anmeldung beim Richter lautet:

Hundeführer [Vor- und Nachname] mit [Hunderasse] + [Name und Zwingername des Hundes] meldet sich zur Begleithundeprüfung, Teil eins.

Nein, ihr braucht nicht zu salutieren oder die Hacken zusammenzuschlagen.

Hat man einen Mischling oder einen Hund ohne Zwingernamen, nennt man nur die Informationen, die man hat.

Nachdem die Frage geklärt ist, wer zuerst das Schema läuft und wessen Hund zuerst die Ablage absolviert, geht es an den Startpunkt. Sobald der eine Hund liegt und sein Hundeführer 30 Meter entfernt, mit dem Rücken zu ihm steht, beginnt für den anderen das Laufschema.

Zum Schema wird es einen separaten Artikel geben – sonst würde dieser hier in einen Roman ausarten. Außerdem ändert sich die Prüfungsordnung 2019, dann können wir gleich über die Neuerungen berichten. Update: HIER geht es zum neuen Laufschema! Zum Herunterladen und Ausdrucken. 

Foto: Ein Hund in der Ablage (hinten), ein anderer in der Gruppenübung während der Unterordnung.

Ist die erste Person fertig, holt der andere seinen Hund von der Ablage ab und geht an den Startpunkt, während der erste Hund hingelegt wird. Wichtig: auch die Strecken zwischen den Stationen werden mit Hörzeichen “Fuß” zurückgelegt.

Haben beide Hundeführer jeweils das Schema und die Ablage absolviert, erfolgt beim Richter die Abmeldung. Auch die erinnert wieder an militärische Korrektheit. Das Sprüchlein ist jedoch wesentlich kürzer als zu Beginn:

Unterordnung beendet.

Der Leistungsrichter liest Teilnehmern und Publikum nun seine Bewertung vor. Eine Punktzahl wird bei der Begleithundeprüfung üblicherweise nicht genannt. Lediglich die Bewertungen, die von “vorzüglich” bis “mangelhaft” reichen können.


Dritter Teil: Straßenteil / Verkehrsteil der BH

Im Straßenteil werden Umweltsicherheit und Sozialisierung auf die Probe gestellt. Er findet außerhalb vom Vereinsgelände statt.

Dort beurteilt der Leistungsrichter das Verhalten der Hunde in alltäglichen Situationen. Wie der Hund sich verhält, wenn Jogger oder Radfahrer kreuzen. Oder er durch eine Menschenmenge hindurch gehen muss. Zudem wird er angebunden und von anderen Teilnehmern bedrängt, während der Besitzer außer Sicht ist.

Gut zu wissen:

Die Gestaltung des Straßenteils liegt in der Hand des Richters. Zwar sind die oben genannten Elemente Pflicht – in welchem Ausmaß dieser Teil der Begleithundeprüfung praktiziert wird, hängt vom Prüfer ab.

Weitere mögliche Situationen können sein:

  • das Spielen mit einem Ball o.ä., während die Hunde ruhig sitzen-/liegenbleiben sollen
  • ruhiges Sitzen/Liegen während Bahnen oder Busse vorbeifahren
  • Bedrängen der Hunde mit Regenschirm, Nordic Walking-Stöcken, Taschen, etc.
  • Ablenkung durch andere Hunde
  • Menschen mit Rollern, Inlineskates, Krücken oder Nordic Walking-Stöcken
  • Ein- und Aussteigen am Auto

Hier gilt das selbe, wie bereits bei der Unbefangenheitsprüfung zu Beginn: aggressives oder übermäßig ängstliches Verhalten ist unerwünscht.